Die Wut ist groß in Tunesien, wieder einmal. Nach dem Tod eines jungen Arbeitslosen in Kasserine, im Südosten des Landes, gibt es im ganzen Land teils gewalttätige Proteste gegen die Regierung. 

„Arbeit, Freiheit, Würde!“ und „Wir haben Recht auf Arbeit, ihr Diebe!“ rufen die Demonstranten vor dem Gebäude des Innenministeriums in Tunis, wo sie seit Beginn der Woche fast täglich auf die Straße gehen. Es sind die gleichen Slogans, die schon bei der Revolution durch die Straßen gehallt sind. „Wir haben die gleichen Forderungen, denn in den vergangenen fünf Jahren hat sich nichts geändert“, so die Studentin Noha Hajlaoui. „Wir müssen endlich aufwachen. Es ist Zeit, wieder auf die Straße zu gehen“, sagt sie. „Arbeit, Freiheit und Würde, die stehen zwar in der Verfassung, aber sie existieren doch nur auf dem Papier“, fügt die Schülerin Rania hinzu.

Wie viele ihrer Generation sorgen sich die beiden jungen Frauen um ihre Zukunft. Seit 2011 hat sich die wirtschaftliche Situation in Tunesien nicht verbessert, die Arbeitslosigkeit ist sogar noch gestiegen. Offiziell liegt sie bei über 15 Prozent, doch gerade unter Akademikern ist sie deutlich höher.

In Kasserine im Südosten Algeriens hat mehr als ein Viertel der Bevölkerung keine Arbeit. Dort war vor einer Woche ein 28-jähriger Arbeitsloser zu Tode gekommen, als er vor dem Gouverneurssitz auf einen Mast geklettert war, um dagegen zu protestieren, dass sein Name von einer Einstellungsliste für den öffentlichen Dienst gestrichen worden war. Er starb durch einen Stromschlag.

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